Selbstreflexion als Superkraft der Gedanken-Teil 1: Wie es dir gelingt, dir im Alltag weniger Kraft rauben zu lassen

Kennst du so Tage an denen sich alles um deine Arbeit oder deine Familie dreht? Du hast ein wichtiges Projekt, dass du koordinieren musst? Oder deine Kinder brauchen den ganzen Tag Unterstützung von dir? Alles dreht sich um die Erfüllung von Aufgaben und die Verantwortung für Anderen? Und abends fragst du dich, warum du total erschöpft bist und ärgerst dich vielleicht auch ein bißchen, weil der Tag dich so ausgelaugt hat.

Wer entscheidet hier eigentlich?

Zurück an den Anfang des Tages: wann und wie hast du dich entschieden, wie dein Tag strukturiert ist?
Oft hast du dich gar nicht bewusst entscheiden,
sondern der Tag wurde durch deine Arbeit oder deine Aufgaben in der Familie strukturiert.
Und durch den Tag haben dich Gedanken geleitet wie „Was muss abgearbeitet werden? Wessen Bedürfnisse müssen erfüllt werden?“
Wenn du in einem Beruf bist, der eine Verantwortung mit sich bringt
oder du Verantwortung für dein(e) Kind(er) trägst, dann bestimmt dieses Verantwortungsgefühl dein Handeln. 
Wenn du den Tag Revue passieren lässt, fällt dir vielleicht auf,
dass du in vielen kleinen Situationen dich eher dafür entschieden hast,
die Bedürfnisse der Anderen zu erfüllen und deine Bedürfnisse zurückzustellen.
„Das Telefonat noch und dann esse ich was. Jetzt kann ich auch noch die Email schreiben und dann esse ich endlich was…“ 

Die Macht des Unbewussten

Die meisten Entscheidungen hast du vielleicht gar nicht bewusst getroffen,
sondern hast einfach gemacht.
Das ist ganz normal, denn die meisten Entscheidungen, die unseren Alltag steuern, treffen wir unbewusst.
Etwa 10% ist uns bewusst und 90% läuft unbewusst ab. 
Das kann man sich gut als einen Eisberg vorstellen.
Nur ein kleines Stück des Eisbergs ist über der Wasseroberfläche sichtbar, das meiste ist unter Wasser verborgen.
So verhält es sich auch mit den Handlungsmotiven, die uns bewusst und unbewusst sind. 
Die meisten Entscheidungen treffen wir unbewusst. Das muss auch so sein,
denn unser Gehirn wäre heillos überfordert, wenn es ständig bewusste Entscheidungen treffen müsste.
Es reduziert für uns die Komplexität, sodass wir schneller agieren können.
(Dies ist eine stark vereinfachte Darstellung der Eisbergtheorie nach Freud, Watzlawik und anderen).

Kümmerst du dich genauso verantwortungsvoll um dich wie um andere?

Vielleicht ist es dir gar nicht bewusst, wie dein Verhalten von deinem Verantwortungsgefühl gesteuert wird.
Wenn sich über den Tag deine Entscheidungen für Andere häufen und du deine Bedürfnisse hintanstellst,
gibst du dir nicht die Möglichkeit, Kraft zu tanken, indem du etwas für dich tust und deine Bedürfnisse erfüllst.
Es raubt dir mehr Kraft, als es dir gibt dich um andere zu kümmern oder die Erwartungen von Anderen zu erfüllen.
Verantwortung zu tragen, kann natürlich sehr erfüllend sein und gleichzeitig stellt sich immer die Frage,
ob du dich genauso verantwortlich um dich kümmerst, wie um andere!

Fünf Tipps für mehr Selbstreflexion im Alltag

Es gibt noch viele weitere Handlungsmotive, die dich im Alltag unbewusst antreiben können, wie zum Beispiel der Wunsch nach Anerkennung, beziehungsweise gesehen zu werden. Daran ist gar nichts Schlimmes oder Verwerfliches, es ist ganz normal, dass dir vieles nicht bewusst ist und solche Handlungsmotive in dir sind.

Das heißt, wenn du deinen Alltag selbstfürsorglicher gestalten möchtest und mehr Gutes für dich tun möchtest, was dir Kraft gibt, brauchst du Klarheit darüber, was dich unbewusst steuert.

Und hierfür ist es unerlässlich, dich regelmäßig zu reflektieren. Dann erkennst du leichter, wann du von einem unbewussten Handlungsmotiv gesteuert wirst und kannst dich bewusst dafür entscheiden, etwas zu tun, was dir Kraft gibt.

Damit es dir leichter fällt, dich regelmäßig zu reflektieren, habe ich fünf Tipps für dich:

  1. Akzeptiere, dass das meiste in dir unbewusst abläuft. Du kontrollierst viel weniger als du glaubst.
  2. Mache dir bewusst, was in dir ist. Lasse alle Gedanken und Gefühle zu, auch wenn es sich unangenehm anfühlt.
  3. Nimm dir im Tagesverlauf Zeit zur Selbstreflexion. Frage dich: Was brauche ich gerade?
  4. Lasse dich nicht von der Hektik des Alltags mitreissen. Nimm dir Auszeiten und entscheide so bewusst wie möglich über deine Handlungen.
  5. Entscheide dich öfter im Alltag, dir Gutes zu tun, nimm diese Entscheidungen ernst und setze sie um.

Selbstreflexion ist die Superkraftquelle deiner Gedanken

Bewusstsein über deine Handlungsmotive zu erlangen fühlt sich nicht immer gut an und ist teilweise auch sehr anstrengend.

Es erfordert Mut ,dir selbst gegenüber ehrlich zu sein. Doch je bewusster du dir über deine Handlungsmotive wirst, desto mehr Entscheidungsspielraum gewinnst du und je klarer dir dein Denken wird, desto mehr können deine Gedanken zu deiner Kraftquelle werden.

Selbstreflexion ist die Superkraft deiner Gedanken. Vielleicht hast du meinen vorherigen Blogartikel gelesen. Dort habe ich beschrieben, wie schwer es mir fiel Bewegung in meinen Alltag zu integrieren. Die Erkenntnis, dass ich mich zu wenig bewegte und damit meinem Körper schadete, war sehr unangenehm. Doch je mehr gute Erfahrungen ich damit gemacht habe aktiv zu sein, desto leichter fiel es mir mich zu motivieren und mich dafür zu entscheiden mich zu bewegen, anstatt auf dem Sofa zu lümmeln.

Veränderungen im Alltag umzusetzen ist die Königsdisziplin der Persönlichkeitsentwicklung

Wenn du dich regelmäßig reflektierst, wirst du merken, dass sich ständig etwas in dir verändert. Du wirst öfter Entscheidungen in Frage stellen, manchmal unsicher sein und anders handeln. Vielleicht wird dir Unmut deines Umfeldes begegnen. Oder dein eigener Unmut, wenn du vertraute Gewohnheiten aufgeben möchtest, die du als Krafträuber entlarvt hast. Es ist nicht leicht Lebensgewohnheiten zu verändern.

Ich war 25 Jahre meines Lebens Raucherin. Immer wieder habe ich Versuche unternommen aufzuhören und ich wurde immer rückfällig, obwohl mir klar war, dass mir rauchen gar nicht gut tut.
Neben diesem Bewusstsein hat es mir dann geholfen im Alltag, immer wenn ich das Verlangen hatte zu rauchen, etwas anderes zu tun. Am Anfang habe ich dann in das Forum der Seite stopsimply.de gepostet.
Dort treffen sich Menschen die aufhören zu rauchen und Menschen, die es schon geschafft haben. Posten statt rauchen hat bei mir gut funktioniert, vor allem weil ich dann auch darüber geschrieben habe, warum ich gerade rauchen will und die Anderen mich darin bestärkten, dass meine Gründe allesamt Unsinn sind und nur das Suchtverlangen mich antreibt.
Die große Anzahl an Menschen, die mit dem Programm von stopsimply aufgehört hat, zeigt dass ich kein Einzelfall gibt. Es gibt zig Raucherentwöhnungs-, Diät- Stressbewältigungsprogramme etc., die Menschen dabei unterstützen Lebensgewohnheiten zu ändern.

Veränderungen im Alltag umzusetzen ist die Königsdisziplin der Persönlichkeitsentwicklung. Dafür brauchst du alle (Super-)Kräfte, die dir zur Verfügung stehen.
Und gleichzeitig wird es dir neue Superkräfte verleihen, wenn du im Alltag reflektierter handelst.

Und weil Selbstreflexion so essentiell ist, um Veränderungen im Alltag umzusetzen,
stelle ich dir hier in den nächsten Blogartikeln verschiedene Konzepte und Modelle vor,
die dir helfen, dich selbst zu reflektieren und mehr Bewusstsein darüber zu erlangen, was dir Kraft gibt und was dir Kraft raubt.
Damit du deine persönlichen Kraftquellen fest in deinen Alltag integrieren kannst und die Zusammenhänge klarer erkennen kannst.
Um dich öfter dafür zu entscheiden dir etwas Gutes zu tun, was dir Kraft gibt und du dir weniger Kraft rauben lässt.

Ich wünsche dir einen kraftvollen Alltag.

Deine Nana

P.S. Aktiviere deine Superkraftquellen!