Welcome body buddy – Wie dein Körper zu deiner Kraftquelle wird.

„Ich bin gerade so mega im Stress“ ist eine der häufigsten Antworten, wenn ich meine Coachees zu Beginn einer Sitzung nach dem aktuellem Anliegen frage. Wenn ich mir dann von so einem typischen Stresstag berichten lasse, fällt mir oft auf , dass die stressigsten Tage am Schreibtisch stattfinden. Im Sitzen ohne Pause. „Und was ist mit Bewegung?“, frage ich dann gerne nach. „Keine Zeit, zu viel zu tun, ein Zipperlein, keinen Bock!“, sind die gängigsten Antworten. Ein kurzer Exkurs in die Stresstheorie verrät dann, dass die meisten gut aufgeklärt sind, wie Stress auf der körperlichen Ebene entsteht und dass unser Körper genauso reagiert, wie vor zig tausend Jahren als wir noch Jäger:innen waren und uns blitzschnell entscheiden mussten, wenn ein Säbelzahntiger vor uns stand, ob wir fliehen, kämpfen oder erstarren wollen. Bekannt ist auch, dass körperliche Aktivität das Entstehen dieser Stressreaktionen mindert und wenn sie dann doch da sind, dass die für die urzeitliche Stressreaktion bereitgestellte Energie körperlich wieder abgebaut werden muss. 

Dieses Wissen hilft meinen Coachees meiner Erfahrung nach überhaupt nicht, um sich mehr zu bewegen. Im Gegenteil es stresst meist noch mehr zu wissen, was gut und richtig wäre und es nicht umsetzen zu können.

Ich habe eine lange Zeit gebraucht, um Bewegung täglich in meinen Alltag zu integrieren. Zunächst war ich eine unglückliche, unbegeisterte freizeitsportlich Inaktive und habe die glücklichen, begeisterten freizeitsportlich Aktiven (heimlich) bewundert. 

Meine Aktivitäten waren immer sehr an Lebensphasen gebunden. So gab es Zeiten in denen bin ich viel geritten, Zeiten in denen bin ich geschwommen, Zeiten in denen ich getanzt habe, Zeiten in denen ich Cat gesegelt bin. 

Es gab Episoden mit Yoga, Qi Gong, Hapkido, Jiu Jitsu, Bogenschießen, Zumba, Fitnesstraining, Pilates und Joggen. 

Außer Spazierengehen, das spätestens seit der Coronapandemiezeit als Volkssport gesehen werden kann, hat sich zunächst nichts davon in meinem Alltag etablieren können.

Doch ich merke, wenn ich mich nicht bewege und lahm bin, bin ich auch innerlich lahm und kraftlos. Gerade wenn ich müde bin, lange am Schreibtisch gesessen habe und mich nach der Couch sehne, braucht mein Körper genau das Gegenteil: Bewegung! Mittlerweile habe ich ein Repertoire an Bewegungsmöglichkeiten und Sportarten gefunden, das mir gut tut. Sodass ich täglich in Bewegung bin und mein Körper zu meiner Kraftquelle geworden ist.

Wie gelingt es sich täglich zu bewegen, damit Stress zu reduzieren und daraus Kraft zu schöpfen?

Für meine Coachees und dich habe ich die Quintessenz zusammen gestellt und in neun benutzerfreundliche Häppchen verpackt:

1. Freude und Glückseligkeit

Wenn es dir keine Freude bereitet, ist es so schwierig dich zur Bewegung motivieren. Das ist bei fast allen Aktivitäten so. Etwas, dass du gerne tust hingegen, lässt alle deine Unlust und Ausreden vergessen.

Sport als Pflichtprogramm funktioniert zwar bei vielen, es ist jedoch viel schöner, wenn du dich darauf freust und es gerne machst. Es gibt mittlerweile so viele Sportarten, Konzepte, Techniken, dass es sich lohnt so lange auszuprobieren, bis du das richtige für dich findest, das dir richtig viel Freude bereitet und dich glückselig macht.

Auch wenn ich mich manchmal echt überwinden muss um zu starten, habe ich für mich das Nia® tanzen entdeckt. Die Entwicklung von Nia® startete in den 1980er Jahren als eine der ersten ganzheitlichen Fusion Fitness Techniken. Mittlerweile ist das Konzept auf hohem Niveau weiter entwickelt worden, so dass es ein Ausbildungssystem gibt, das sich wie im Kampfsport in Belts ( Gürtel) unterteilt. Im ersten Belt dem Nia® Whitebelt ist das erste Prinzip: „The joy of movement“, also die Freude an der Bewegung. Jede (!) Bewegung soll Freude bereiten und gut tun. Wenn Sie es nicht tut, nimmt man kleine Veränderungen (tweaks) vor, damit es angenehm ist.

Das klingt so simple und ist auf eine Art auch revolutionär: Sich nicht quälen, schinden, die Zähne zusammen beißen, sondern das Wohlbefinden in den Vordergrund zu stellen. Ich habe das fest in meinen Lebensrhythmus integriert und immer wieder tweake ich auch im Alltag a little bit.

Ich tanze oft Online live Klassen bei mir im Wohnzimmer. Das bereitet mir richtig Freude und ich schöpfe soviel Kraft und Lebensenergie daraus.

2. Schmerzfrei

Wenn du Schmerzen bei Bewegung hast, ist es ein deutliches Zeichen deines Körpers, dass dir gerade etwas nicht gut tut. Wichtig ist die Ursache gegebenenfalls ärztlich abzuklären und ein geeignetes Heilungsprogramm zu starten.

Und dann ganz einfach nur das tun, was nicht weh tut oder/und nur bis zur Schmerzgrenze.

Ich habe immer wieder Anläufe mit Joggen genommen, weil ich ganz gerne laufe. In einer Laufgruppe hatten wir eine Sporttherapeutin und auch unter ihrer professionellen Anleitung mit Technikschulung und Dehnungsprogramm hatte ich Schmerzen in den Beinen, vor allem in den Knien. Mein Körper mag die Aufprallbelastung einfach nicht, deshalb lasse ich das. Alles was weniger Aufprallbelastung beim Laufen hat wie spazieren gehen, Nordic Walking und wandern, kann ich schmerzfrei machen.

Gehe den schmerzfreien Weg und du kannst richtig Energie dabei tanken.

3. Der Wohlfühlkick nach der Bewegung

Für viele ist der Adrenalinkick nach dem Sport fast ein Suchtfaktor. So extrem muss es gar nicht sein. Es reicht, wenn du. dich nach der Bewegung einfach besser fühlst als vorher. Hilfreich ist dir vorher und hinterher mit einem kleinen Ritual klar zu machen, wie es dir gerade geht und das zu vergleichen. So etwas wie ein CheckIn und ein Checkout. Das kann einfach nur bewusstes Atmen sein oder ein Handauflegen z.B auf den Solarplexus. Dabei einmal bewusst durch den Körper spüren, was sich wie anfühlt und hinterher vergleichen. 

Wenn du Aktivitäten für dich gefunden hast, bei denen es dir hinterher immer besser geht als vorher, dann wird es dir immer leichter fallen, diese regelmäßig zu machen und dir einen Wohlfühlkick zu verschaffen. Solche Aktivitäten werden zu richtigen Kraftquellen im Alltag.

4. Music makes you move

In jeder alten Kultur gibt es Instrumente und rituelle Tänze. Musik begleitet den Menschen schon seit Jahrtausenden. Musik spricht unsere Körpernahsinne an und fast automatisch fangen Füße an Rhythmen mit zu wippen. 
Das kannst du gut für dich nutzen, um dich zu Bewegung zu motivieren. 
Ganz einfach zu Hause Musik an machen und tanzen (oder putzen).
Kopfhörer auf beim Laufen oder im Fitnessstudio. Oder wenn du noch auf der Suche bist, informiere dich, welche Sportarten mit Musik ausgeführt werden. 

5. Aber, aber, aber… alles nur Gelaber - Ausreden und gute Gründe dagegen

Solltest du bei den vorigen Punkten immer ein „ja, aber…“ gefunden haben, ist es gut, dass du überhaupt bis hierhin gelesen hast. Wahrscheinlich hast du einige Gründe, die dich davon abhalten, Bewegung als Kraftquelle zu nutzen. Lasse dich nicht von Ausreden beeinflussen!

Hier das best of an Ausreden meiner Coachees:

  • Ich habe keine Zeit. Der Tag ist zu voll mit Aufgaben etc.
  • Ich kann das nicht, mir fehlt die Technik.
  • Ich brauche andere Menschen mit denen ich mich gemeinsam bewege.
  • Im Frühling, Sommer, Herbst, Winter, wenn …, mache ich wieder …
  • Ich muss erst noch dafür xy an Ausrüstung kaufen
  • … ist uncool, ich brauche eine coole Sportart, die meinen lifestyle ausdrückt
  • Es ist zu kalt, warm, nass, trocken, windig für …
  • Im nächsten Urlaub fange ich an mit …
  • Der Weg ist zu weit/xy gibt es nicht in meiner Stadt
  • Ich habe kein Geld
  • Ich hab keinen Bock

Zu allen Ausreden hier ein paar „keep it simple“ Antworten:

  • Wieviel Zeit nutzt du für social media, Streaming, Fernsehen? Halbiere die Zeit und nutze die andere  Hälfte für Bewegung
  • Wie wäre es mit Spazierengehen oder Fahrradfahren als Einstieg?
  • Mache dich nicht von anderen abhängig. Ansonsten gibt es in vielen Social-Media-Gruppen die Möglichkeit, gleichgesinnte zu suchen und zu finden.
  • Online geht zu jeder Jahreszeit
  • Kaufe erst Ausrüstung, wenn du mindestens 4 Wochen dabei bist.
  • Wenn du es machst, ist es cool, weil du es machst. Ignoriere Trends und Meinungen anderer.
  • Frische Luft tut bei jedem Wetter gut.
  • Der beste Tag zum Start ist heute.
  • Jede Bewegung ist besser als keine. Starte mit mehr Bewegung bei Alltagsaktivitäten: nimm die Treppe, bewege die Füße beim Sitzen, strecke und ruckele dich mehrmals am Tag
  • Es gibt im Internet unzählige kostenlose Tutorials für viele Sportarten 
  • Der größte Schweinehund entpuppt sich nach der Überwindung als kleines Schoßhündchen!

6. Beginners mind: Schritt für Schritt zu neuen Wegen

Wenn du regelmäßige Bewegung fest in deinen Alltag integrieren möchtest, ist natürlich das Ziel dass du dich täglich bewegst. Wenn dir das bisher schwer fiel, könnte es dir helfen, mit einer anderen Einstellung und Haltung heranzugehen. 

Das so genannte „beginners mind“, das unter anderem auch im Nia® angewendet wird, ist ein ganz einfaches Konzept. 

Erlaube dir einfach an die Sache wie ein:e Anfänger:in heranzugehen. Du probierst etwas Neues und darfst Fehler machen, Fragen stellen. Erlaube dir eine lange Startphase.

Du kannst dir zu Anfang ganz leichte zu erreichende Ziele setzen.
Wenn du zum Beispiel mehrere Sportarten regelmäßig machen möchtest und dein Ziel ist alle zwei Tage ein Workout zu machen und an den anderen Tagen schwimmen oder walken zu gehen, dann starte nicht damit es täglich machen zum wollen.
Baue langsam auf. Wähle zunächst den für dich richtigen Zeitpunkt aus. Bist du morgens aktiver oder hast mehr Zeit? Ist Abend der bessere Zeitpunkt? Oder ist es gut zeitlich flexibel zu bleiben und unterschiedliche Tageszeiten zu wählen?
In dem Beispiel könntest du dir das Ziel setzen zunächst innerhalb von zwei Wochen ein Workout zu machen. Wenn das gut klappt, dann steigerst du auf einmal wöchentlich. Achte dabei darauf, dass es dir wirklich Freude macht, keine Schmerzen bereitet und es dir hinterher besser geht. Und dann kannst du auch weiter steigern.
Wenn du das geschafft hast, eine Aktivität zu finden, die dir gut tut und in deinem Alltag integriert ist, dann fange mit der nächsten an.
In dem Beispiel das Schwimmen. Wieder im „beginners mind“ und langsam steigern.
Es wird dir viel leichter fallen es regelmäßig zu integrieren, wenn du schon mit einer Aktivität gute Erfahrungen gemacht hast und du Bewegung schon als Kraftquelle im Alltag nutzt.
Wenn du dann noch das Walken integrieren möchtest, wirst du soviel Erfahrung mit dem „Beginners mind“ haben, das es ganz leicht wird. Und wenn dir alles viel bereitet und dir Kraft gibt, wird es nicht mehr schwer fallen, dich täglich für Bewegung zu entscheiden.

7. Tue dir etwas Gutes

Wenn es dir schwer fällt, dich für Bewegung zu entscheiden und du vielleicht eine innere Stimme hörst, die dir abends sagt, dass du jetzt Ruhe brauchst und dich lieber auf die Couch legen solltest und Netflix schauen. Und das Bewegung viel zu anstrengend ist, weil du schon den ganzen Tag auf den Beinen warst.

Dann frage dich, ob das die Stimme ist, die sonst auch gute Entscheidungen für dich trifft.

Ist das dein selbstfürsorgliches inneres Ich, das dich gut durch den Alltag leitet und auf dich aufpasst? Und ist das Ruhebedürfnis wirklich ein körperliches Bedürfnis oder braucht eher dein Geist Ruhe? 

Denke dran, die beste Entscheidung ist immer dir etwas Gutes zu tun, das dir Kraft gibt. Und freudenmachende Bewegung ohne Schmerzen, bei der es dir hinterher besser geht als vorher, gibt immer Kraft.

8. Balance finden

Bewegung tut deinem Körper einfach gut: Für den Stoffwechsel, für die Gelenke, für die Muskeln, für die Verdauung, für die Sauerstoffversorgung, zur Prävention von Zivilisationserkrankungen … Dein Körper braucht Bewegung genauso wie Sauerstoff. Nur durch Bewegung kannst du körperlich in Balance kommen und kleinere Spannungen lösen.

Und du kannst dich durch Bewegung auch entspannen, gerade wenn deine Gedanken kreisen und Gefühle dich durchwirbeln, lässt sich das durch Bewegung wunderbar beruhigen.
Ich habe viele Entspannungsmethoden im Sitzen und Liegen ausprobiert und mir hilft es am besten mich körperlich zu bewegen, um dabei und hinterher zu entspannen.
Die Entspannung ist bei mir noch größer, wenn ich mich bei Bewegungen Gefühle ausdrücken kann, Gedanken fassen kann und mich spirituell verbunden fühle. Wenn du Aktivitäten findest, die dir die Möglichkeiten bieten, dich ganzheitlich zu spüren und auszudrücken, wird es dir ganz sicher gut tun und dir Kraft geben.

9. Lass deinen Body dein Buddy sein

Last but not least: Dein Körper ist nicht einfach nur ein Gefäß, das dich durchs Leben trägt. Dein Körper ist ein festes Mitglied deines persönlichen Ensembles. Wenn dein Inneres eine Bühne wäre auf der dein Leben als Theaterstück gespielt würde, dann gäbe es mindestens vier Schauspieler:innen, um dich darzustellen: eine:n für deine Gedanken, eine:n für deine Gefühle, eine:n für deine Seele und eine:n für deinen Körper. Auch wenn deine Gedanken und deine Sprache, durch die du Gedanken ausdrückst, dich durch den Alltag führen und leiten, sind sie nicht der:die einzige Hauptdarsteller:in auf deiner Bühne. Die anderen sind genauso wichtig.

Wenn du deinem Körper die Chance gibst ein vollwertiges Mitglied zu sein in deinem Ensemble auf der Lebensbühne, wird er dich belohnen. Bist du gut zu deinem Körper und schenkst ihm Bewegung, schenkt er dir Wohlbefinden und Kraft.

Wenn du dir wünscht, im Alltag weniger Stress und mehr Kraft zu haben, dann schaue dir noch mal genau an, wie viel Bewegung du dir gönnst und wie es dir damit geht:

Machst du Aktivitäten, die dir Freude bereiten? Machst du immer schmerzfrei Sport? Geht es dir hinterher immer besser, wenn du aktiv warst? Nutzt du Musik, um dich zu Bewegung zu motivieren? Hast du alle deine Ausreden enttarnt? Bist du im beginners mind unterwegs?

Trifft die richtige Stimme in dir die Entscheidungen für dich? Gönnst du dir Entspannung und Balance durch Bewegung? Ist dein Körper vollwertiges Mitglied in deinem Ensemble?

Du wirst merken, wenn Bewegung für dich zur Kraftquelle wird, wirst du ein anderes Verhältnis zu deinem Körper entwickeln. Im besten Fall entwickelst du eine enge Beziehung zu deinem Körper und wirst immer mehr spüren, was du gerade brauchst und es dir gönnen. Du wirst dann nicht einfach deinen Körper trainieren, sondern eine tiefe Verbundenheit mit dir erfahren. Dann wirst du dich auch nicht mehr so schnell stressen lassen, sondern viel früher auf körperliche Signale hören und gar nicht mehr richtig in Stress geraten.

Wenn du jetzt inspiriert bist und Stress reduzieren möchtest, aber nicht weißt, wie du Bewegung als Kraftquelle in deinen Alltag integrieren kannst, dann melde dich für mein Quellen der Kraft Einzelcoaching Paket an.

Ich unterstütze dich gerne auf deinem Weg.

Ich wünsche dir einen kraftvollen Alltag!

Deine Nana

P.S. Dein Körper ist deine Kraftquelle.